Angeln am Velencer See
Flaches, schilfreiches, schnell warmes Wasser zwischen Budapest und Székesfehérvár. Was du am Velencei-tó fangen kannst, wo sich ein Versuch lohnt und warum du hier besonders auf den Wasserstand achten musst.
20. Januar 2026, 4 Min. Lesezeit

Der Velencei-tó (Velencer See) ist ein Gewässer, an das man auch nach Feierabend noch fahren kann: Er liegt nah an Budapest und Székesfehérvár, ein großer Teil des Ufers ist leicht erreichbar, und die Schilfbuchten sorgen für echte Angelstimmung. Zugleich ist er einer der empfindlichsten großen Seen Ungarns, an dem Wasserstand und Wetter jedes Jahr eine andere Lage schaffen. Wer das versteht, kann hier viele schöne Fische fangen.
Was für ein Gewässer ist der Velencer See?
Der See ist rund 26 Quadratkilometer groß, seine mittlere Tiefe liegt selbst bei normalem Wasserstand nur bei etwa anderthalb Metern. Etwa ein Drittel der Fläche ist mit Schilf bedeckt – für Fische Versteck und Laichplatz, für Angler abwechslungsreiche Kanten.
Wegen des flachen Wassers reagiert der See schnell auf alles:
- Im Sommer erwärmt er sich rasch, die Fische sind dann frühmorgens und abends aktiver.
- Eine starke Kaltfront oder Windstille kann die Sauerstoffverhältnisse verändern.
- Der Wasserstand schwankt stark. In Dürrejahren kann er auf Rekordtiefen fallen, dann sind manche Uferabschnitte und Bootsrouten praktisch nicht nutzbar.
Prüfe deshalb vor dem Losfahren immer den aktuellen Wasserstand und die Mitteilungen des Bewirtschafters.
Welche Fische kannst du fangen?
Der Bestand ist gemischt, die beliebtesten Zielfische sind:
- Karpfen: der häufigste Zielfisch des Sees, in Schilfbuchten ebenso wie in offeneren, schlammigen Bereichen.
- Hecht: der klassische Räuber der Schilfkanten und Buchten, im Herbst und zeitigen Frühjahr am aktivsten.
- Zander: über festerem Grund, an Steinschüttungen und Molen.
- Wels: liebt warmes Wasser und geht im Sommer immer öfter an den Haken.
- Schleie: ein Fisch der ruhigen, krautigen Stellen, am besten mit feinem Gerät zu befischen.
- Weißfische und Karauschen: sorgen oft für reichlich Fang, ideal für Einsteiger und Kinder.
Auch der invasive Giebel lebt hier in großer Zahl. Er machte den Großteil der Fischsterben im Frühjahr und Sommer aus und darf laut Regeln nicht zurückgesetzt werden.
Wo lohnt sich das Angeln?
Rund um den See liegen viele Orte, von Velence über Gárdony und Agárd bis Pákozd und Sukoró. Ein paar allgemeine Tipps zur Platzwahl:
- Ausgebaute Stege und Molen: bequem und oft mit Zugang zu tieferem Wasser.
- Schilfkanten: das beste Terrain für Karpfen, Schleie und Hecht, vor allem im Frühjahr und Herbst.
- Kanäle und Durchgänge im Schilf: Hier ziehen die Fische zwischen Buchten und Freiwasser hin und her.
- Freiwasser vom Boot: Wenn der Wasserstand es zulässt, kannst du eine große Fläche abdecken, halte dich aber immer an die ausgewiesenen Routen.
Im Westteil des Sees liegt ein großes Vogelschutzgebiet, in dem Angeln und Befahren mit dem Boot verboten sind. In der Kartensuche siehst du gut, wo die beangelbaren Abschnitte und andere Gewässer in der Nähe liegen.
Gerät und Köder
Der Velencer See verlangt kein extremes Gerät. Im flachen, ruhigen Wasser funktionieren feinere Montagen oft besser als schwere Weitwurfsysteme. Auf Karpfen haben sich Method Feeder und klassische Grundmontage bewährt, als Köder Mais, Pellets, kleinere Boilies oder Maden. Auf Schleie und Brassen macht das Posenangeln ein paar Meter vor dem Schilf am meisten Spaß. Für Hecht sind im Flachen oberflächennah laufende Wobbler, Blinker und kleinere Gummifische erste Wahl. An hängerreichen Schilfplätzen nimm eine stärkere Schnur, damit kein Fisch mit der Montage im Maul zurückbleibt.
Jahreszeiten und Methoden
Frühling
Das flache Wasser erwärmt sich schnell, die Fische werden früh aktiv. Karpfen und Brassen fängt man gut in sonnigen Buchten. In der Laichzeit sind mehrere Arten geschützt – achte besonders darauf.
Sommer
Frühmorgens und abends ist es am besten. Tagsüber ist das Angeln wegen der Badegäste und des warmen Wassers ruhiger. Im Sommer ist auch die Gefahr eines Fischsterbens größer: Vermeide unnötigen Stress für die Fische, und wenn du tote Fische siehst, melde es der Fischereiaufsicht.
Herbst
Hecht und Zander werden aktiv, die Karpfen fressen sich ein letztes Mal für den Winter an. Windstille Herbsttage sind oft die besten.
Winter
Der See friert im Winter häufig zu. Ob Eisangeln erlaubt ist, entscheiden stets die örtliche Angelordnung und die Behörden; betritt niemals dünnes Eis.
Regeln und verantwortungsvolles Angeln
Bewirtschafter des Velencer Sees ist der Ungarische Landesanglerverband (MOHOSZ), die örtlichen Regeln veröffentlicht seine Außenstelle am See. Du brauchst eine ungarische staatliche Angelkarte und eine gültige Gewässerkarte. Mindestmaße, Fangbegrenzungen und Schonzeiten können sich ändern, schau also jedes Jahr in die aktuelle Angelordnung.
Ein paar Grundsätze, die hier besonders wichtig sind:
- Füttere maßvoll. Im flachen, warmen Wasser verschlechtert überschüssiges Futter die Wasserqualität.
- Behandle Fische schonend auf nasser Unterlage und setze sie zügig zurück.
- Schneide kein Schilf und störe keine brütenden Vögel.
- Nimm deinen Müll mit nach Hause, lass ihn nicht auf dem Steg.
Fazit
Der Velencer See ist nah, abwechslungsreich und bringt schöne Fische, ist aber ein empfindliches Gewässer, das vom Angler mehr Aufmerksamkeit verlangt. Verfolge den Wasserstand und die Mitteilungen des Bewirtschafters, halte dich an die Angelordnung und geh schonend mit den Fischen um. Wenn das Angeln wegen Niedrigwasser gerade schwierig ist, findest du in der Kartensuche schnell andere Seen in der Umgebung.
- velencer see
- karpfen
- hecht
- schilf


